Tägliches Archiv:18. November 2017

Zermürbender Schmerz

       Wie sich Rheuma erkennen und behandeln lässt

Die Gelenke schmerzen, die Finger sind steif: Rheuma, oder? Was viele nicht wissen: Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Vielzahl an Erkrankungen. Bis zur richtigen Diagnose kann ein Jahr vergehen.

Von Lea Wolz

Im Jahr 2014 gibt es endlich eine neue Therapie: Ein Antikörper mit dem Namen Adalimumab, der seit einigen Jahren bei rheumatoider Arthritis eingesetzt wird. Einmal pro Woche bekommt die Frau die Antikörper nun als Immuntherapie gespritzt. Nach kurzer Zeit stellt sich der Erfolg ein: Die Haut verheilt, es treten keine neuen Entzündungsherde auf. „Das hat mein Leben komplett verändert“, sagt die Patientin zu ihren Ärzten.

Wirkmechanismus

Monoklonale Antikörper, unabhängig davon, ob sie tierischen oder menschlichen Ursprungs sind, werden in der Medizin hauptsächlich zur gezielten Inaktivierung bestimmter Moleküle eingesetzt. Zielobjekte sind vor allem Zytokine wie TNF oder IL samt der entsprechenden Rezeptoren. Adalimumab hat die Fähigkeit, an TNF-alpha zu binden und dieses Protein somit auszuschalten. Dadurch ist das Zytokin in seiner Funktion gestört und kann diese nicht mehr ausüben. Es werden Reparaturprozesse in Gang gesetzt, die vor allem bei Gelenkerkrankungen (Arthritis) von hohem Nutzen sind. Insgesamt kommt es bzgl. der Symptomatik zu einer Remission. Ein rascher Wirkungseintritt sowie eine Hemmung des Voranschreitens der Krankheit sind zu erwarten. Da TNF-alpha auf der anderen Seite aber eine entscheidende Rolle in der Immun- und Tumorabwehr spielt, kann es hier durch seine Neutralisierung zu erheblichen Nebenwirkungen kommen.